erstes Flugblatt zur Kampagne N-ergie und co zur Kasse bitten!

Die Energiekosten steigen nach Prognosen durchschnittlich um bis zu 30% und mit ihnen die Angst vor der nächsten  Abrechnung. In diesem Winter werden sich mehr Menschen als sonst fragen, ob sie die Heizung aufdrehen oder vielleicht doch lieber einen Pulli mehr anziehen sollen. Nennenswerte Ersparnisse haben immer weniger Menschen. Das wenige, was noch da war, haben etliche aufgebraucht als sie Kurzarbeit oder andere Verdienstausfälle ausgleichen mussten. Zeitgleich steigen die Preise für alles, was wir zum Leben brauchen. Unsere Löhne hingegen bleiben gleich. Selbst die kleinen Prozentpunkte, die von Konzernen und den öffentlichen  Arbeitgebern in Tarifrunden zugestanden werden, liegen zumeist unter der Inflationsrate. Real sinken die Löhne also.

Zeit also für die Energiekonzerne den Gürtel mal selbst enger zu schnallen denn wir bekommen jetzt schon kaum noch Luft!

Jahr um Jahr fahren Energiekonzerne wie die Nürnberger N-Ergie sichere Gewinne ein. Ist es so unvorstellbar, dass sie in diesem Jahr einmal verzichten müssen? All die Steuergeschenke, die Konzerne bei der CO2 Steuer von der bürgerlichen Politik erhalten haben, werden dabei sicherlich hilfreich sein. Die selben Konzerne, die Umweltschäden in hohem Maße selbst zu verantworten haben, bekommen Geldgeschenke während die Menschen mit niedrigem und durchschnittlichem Einkommen weitaus weniger zu Umweltzerstörung beitragen, die Rechnung aber letztlich serviert bekommen. Der britische Guardian z.B. berichtete bereits 2013 über eine Studie, die zuvor im Fachmagazin Climatic Change veröffentlicht wurde. Demnach sind nur 90 Konzerne für 63 Prozent der Kohlendioxid- und Methan-Emissionen im Zeitraum von 1751 bis 2010 verantwortlich.


Keine Profite mit unserer Grundversorgung!


Private Konzerne mit Gewinnorientierung sind dafür verantwortlich, uns mit Energie zu versorgen. Einen Anspruch, nicht zu frieren und nicht im Dunkeln zu sitzen, sollen also nur diejenigen haben, die Abschläge und Nachzahlungen finanzieren können.Von unserem Lohn können wir uns bei steigenden Lebenshaltungskosten jedoch immer weniger leisten. Dass immer mehr Menschen an anderen Stellen Einsparungen machen müssen, am Monatsende Rechnungen hin und her schieben nur damit wir VermieterInnen und Energiekonzerne ihre Profite sichern, wird uns im Kapitalismus als Normalität verkauft. Perspektivisch muss die Grundversorgung zum Wohle aller der Profitlogik entzogen, also vergesellschaftet werden. Die Nachzahlung wird aber in diesem Jahr kommen.


Daher fordern wir für hier und heute: N-Ergie und Co zur Kasse bitten! Keine Nachzahlungen – Keine Sperrungen! Energiepreise runter! Die bürgerlichen Parteien haben natürlich darauf verzichtet, einzugreifen. Sie haben beschlossen, tatenlos dabei zuzuschauen, wie sich etliche Haushalte alleine mit dieser Last herum schlagen.

Wir haben für uns etwas anderes beschlossen!

Wir sind solidarisch! Sprechen wir offen darüber und bringen das Thema aus der Tabu-Zone heraus! Niemand muss sich dafür schämen, diese Kosten nicht bewältigen zu können! Der Großteil von uns Lohnabhängigen hier in Nürnberg verfügt über ein niedriges bis mittleres Einkommen und es ist für uns alle nicht einfach, immer mehr Krisenlasten tragen zu müssen. Wir stehen gemeinsam auf und sind solidarisch miteinander!

Wir sind widerständig! Indem wir zeigen, dass wir viele sind, die sich gegen Nachzahlungen, Sperrungen und Preissteigerungen wehren, machen wir Druck auf die Verantwortlichen – und diese sind nicht zwingend weit weg. Der Nürnberger Oberbürgermeister König z.B. sitzt ebenso wie der halbe Stadtrat im Aufsichtsrat der N-Ergie. Das ewige Geschwätz von wegen, man könne ja nichts machen, können sie sich schenken. In jeder Krise sehen wir, dass Banken und Konzerne mit Milliarden gerettet werden. Jetzt sind wir an der Reihe! Doch niemand wird uns etwas schenken. Wir werden es uns erkämpfen und erstreiten müssen!