Kampagne “N-Ergie und Co zur Kasse bitten” übergab ihre Ergebnisse an den Nürnberger Stadtrat

Im folgendem dokumentieren wir noch unsere Pressemitteilung vom 27.April:

Kampagne “N-Ergie und Co zur Kasse bitten” übergab ihre Ergebnisse an den
Nürnberger Stadtrat
Heute am Mittwoch den 27.04.22 übergaben AktivistInnen der „organisierten autonomie“
und des „Stadtteilclubs Reclaim Gostenhof“ die Ergebnisse ihrer Kampagne „N-Ergie & Co
zur Kasse bitten“ an Nürnberger StadträtInnen. Insbesondere die Stadrätin der „Linken
Liste Nürnberg“ Marion Padua nahm sich die Zeit, unter Augen der Presse, noch einige
Worte an die ca. 15 Kampagnendelegierten zu richten, die sich mit ihrer Kundgebung
zwischen 13:30 und 15:00 Uhr, gegenüber des Stadtratssitzungsaals eingefunden hatten. Im
Anschluss nahm sie den Abschlussbericht entgegen um ihn an die Stadtratsfraktionen zu
verteilen und die Forderungen „Keine Nachzahlungen! Keine Sperrungen! Energiepreise
runter!“ in den Stadtrat einzubringen. Auch Fraktionsmitglieder der SPD und der Politbande
nahmen die Möglichkeit wahr mit den versammelten ins Gespräch zu kommen und
bekundeten ihr Interesse.
Seit Anfang des Jahres zogen AktivistInnen mit Klemmbrettern, Foto-Apparaten und türkisen
Warnwesten durch Gostenhof, klingelten an Türen, machten Infostände, einen Lärmumzug und
verteilten Flyer an alle Gostenhofer Haushalte. Laut Homepage der Kampagne war das Ziel, die
steigenden Energiepreise und die damit einhergehenden Belastungen für etliche Haushalte
öffentlich zu thematisieren um somit Druck auf die politisch Verantwortlichen zu machen. Alexa
Obermayer, Pressesprecherin der Kampagne meint dazu: “Wenn man sich an etlichen Stellen
einschränken, am Ende des Monats Rechnungen hin und her schieben muss, dann wird das oft
privat verhandelt. Wir meinen aber, dass es eine gesellschaftliche Frage ist, für was Geld
ausgegeben wird und für was nicht. Die 100 Milliarden für Aufrüstung und Krieg sei hier nur als
Beispiel genannt. Wir meinen auch, dass die Selbstverständlichkeit, dass Energiekonzerne auf
unserem Rücken weiterhin Profite machen können, kein Naturgesetz ist, sondern Teil einer
gesellschaftlichen Auseinandersetzung sein muss. Daher sind wir mit den Menschen unseres
Viertels ins Gespräch gegangen.”
Über 300 Leute haben sich mit den Forderungen der Kampagne ablichten lassen und ebenso über
300 Menschen haben sich an der kleinen Umfrage beteiligt, in der sie gefragt wurden ob sie in den
vergangenen 12 Monaten eine Preiserhöhung hatten, ob sie Angst haben, sich an anderen Stellen
vermehrt einschränken zu müssen und letztlich ob sie bereit wären, sich an Protesten gegen
steigende Energiepreise zu beteiligen. Anzumerken sei laut AktivistInnen, dass die Zahl der Foto-
ProtestlerInnen und der Befragten nicht deckungsgleich seien. Das heißt, die Kampagne ist wohl
mit 400 bis 500 BewohnerInnen in direkten Kontakt gekommen.
“Es war anfangs schon ein bisschen komisch, an Haustüren zu klingeln aber wir haben schnell
gemerkt, dass wir bei vielen offene Türen einrennen”, meint Obermayer. Und weiter: “DieEnergiepreise, steigende Mieten, teurere Lebensmittel, die Inflation im allgemeinen sind Themen,
die die Menschen natürlich umtreiben. Selbst solche, die nicht direkt betroffen sind, wollen sich
häufig für eine solidarische Lösung stark machen.” Alle Ergebnisse sowie den Foto-Protest können
Interessierte am 27. April einsehen.
Der lokale Energieversorger N-Ergie stand laut Homepage im Zentrum der Kampagne weil hier
eine Vielzahl politisch Verantwortlicher aus dem Nürnberger Stadtrat im Aufsichtsrat sitzen.
Vorsitzender des Aufsichtsrates ist traditionell der Oberbürgermeister. “Hier verbindet sich Lokal-
und Konzernpolitik sehr sichtbar, was für uns als StadtbewohnerInnen natürlich die Möglichkeiten
erhöht, Druck auszuüben. Wir erwarten schon, dass die Stadt zumindest das, was in ihrer Macht
steht, unternimmt, um die Menschen hier zu entlasten.”