Kampagne “N-Ergie und Co zur Kasse bitten” übergibt ihre Ergebnisse an den Nürnberger Stadtrat

Im folgendem dokumentieren wir noch unsere Pressemitteilung:

Kampagne “N-Ergie und Co zur Kasse bitten” übergibt ihre Ergebnisse an den Nürnberger Stadtrat

Am Mittwoch, den 27. April wollen AktivistInnen der Kampagne “N-Ergie und Co zur Kasse bitten” StadträtInnen der Nürnberger Lokalpolitik die Ergebnisse von Befragungen im Stadtteil Gostenhof übergeben. Des weiteren soll die Beteiligung von ViertelbewohnerInnen an der dazugehörigen Foto-Protestaktion abgebildet werden. Ab 13:30 Uhr sind die AktivistInnen der organisierten autonomie und des Stadtteilclubs Reclaim Gostenhof mit einer Kundgebungen am Fünferplatz um den Kampagnen-Forderungen “Keine Nachzahlungen – keine Sperrungen – Energiepreise runter” Nachdruck zu verleihen.

Seit Anfang des Jahres zogen AktivistInnen mit Klemmbrettern, Foto-Apparaten und türkisen Warnwesten durch Gostenhof, klingelten an Türen, machten Infostände, einen Lärmumzug und verteilten Flyer an alle Gostenhofer Haushalte. Laut Homepage der Kampagne war das Ziel, die steigenden Energiepreise und die damit einhergehenden Belastungen für etliche Haushalte öffentlich zu thematisieren um somit Druck auf die politisch Verantwortlichen zu machen. Alexa Obermayer, Pressesprecherin der Kampagne meint dazu: “Wenn man sich an etlichen Stellen einschränken, am Ende des Monats Rechnungen hin und her schieben muss, dann wird das oft privat verhandelt. Wir meinen aber, dass es eine gesellschaftliche Frage ist, für was Geld ausgegeben wird und für was nicht. Die 100 Milliarden für Aufrüstung und Krieg sei hier nur als Beispiel genannt. Wir meinen auch, dass die Selbstverständlichkeit, dass Energiekonzerne auf unserem Rücken weiterhin Profite machen können, kein Naturgesetz ist, sondern Teil einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung sein muss. Daher sind wir mit den Menschen unseres Viertels ins Gespräch gegangen.”

Über 300 Leute haben sich mit den Forderungen der Kampagne ablichten lassen und ebenso über 300 Menschen haben sich an der kleinen Umfrage beteiligt, in der sie gefragt wurden ob sie in den vergangenen 12 Monaten eine Preiserhöhung hatten, ob sie Angst haben, sich an anderen Stellen vermehrt einschränken zu müssen und letztlich ob sie bereit wären, sich an Protesten gegen steigende Energiepreise zu beteiligen. Anzumerken sei laut AktivistInnen, dass die Zahl der Foto-ProtestlerInnen und der Befragten nicht deckungsgleich seien. Das heißt, die Kampagne ist wohl mit 400 bis 500 BewohnerInnen in direkten Kontakt gekommen.

“Es war anfangs schon ein bisschen komisch, an Haustüren zu klingeln aber wir haben schnell gemerkt, dass wir bei vielen offene Türen einrennen”, meint Obermayer. Und weiter: “Die Energiepreise, steigende Mieten, teurere Lebensmittel, die Inflation im allgemeinen sind Themen, die die Menschen natürlich umtreiben. Selbst solche, die nicht direkt betroffen sind, wollen sich häufig für eine solidarische Lösung stark machen.” Alle Ergebnisse sowie den Foto-Protest können Interessierte am 27. April einsehen.

Der lokale Energieversorger N-Ergie stand laut Homepage im Zentrum der Kampagne weil hier eine Vielzahl politisch Verantwortlicher aus dem Nürnberger Stadtrat im Aufsichtsrat sitzen. Vorsitzender des Aufsichtsrates ist traditionell der Oberbürgermeister. “Hier verbindet sich Lokal-und Konzernpolitik sehr sichtbar, was für uns als StadtbewohnerInnen natürlich die Möglichkeiten erhöht, Druck auszuüben. Wir erwarten schon, dass die Stadt zumindest das, was in ihrer Macht steht, unternimmt, um die Menschen hier zu entlasten.”